|
|
Projektwoche am Beberbach - Wie die 7cR der Haupt- und Realschule in Wesendorf den
Beberbach erforschte
|
Der Beberbach
Am Montag kamen Herr Lucker aus dem OTTER-ZENTRUM zu uns und zeigte uns Dias von der Natur um Wesendorf herum
und von der Ise. Nachdem wir etwas über die Natur gelernt hatten, gingen wir zum Beberbach und sprachen über
die Notwendigkeit des Gewässerausbaus. Wir schauten uns den Beberbach genau an und liefen ein Stückchen
entgegen der Strömung an ihm entlang.
Der Beberbach fließt am nördlichen Ortsrand, von Wesendorf entlang. Er ist stark begradigt und ausgebaut
worden. In Kooperation mit der Orientierungsstufe am Beberbach wurde ein Teil des Ufers mit Erlen, Weiden,
Eschen und Traubenkirschen bepflanzt.
Am Dienstag haben wir die Fragen für die Umfrage (siehe unten) festgelegt. Als wir damit fertig waren druckte
Herr Schwan die Fragebögen aus und wir teilten die Gruppen ein. Dann gingen wir zum Supermarkt in der
Ortsmitte, um die Bevölkerung zu interviewen. Wir kamen fast alle gegen 12 Uhr in die Klasse zurück, um die
Antworten auszuwerten. Es kamen 96 ausgefüllte Fragebögen zusammen.
Am Mittwoch gingen wir mit Herrn Lucker zum Beberbach, um dort Aufgaben zu erfüllen. Der Weg zum Bach führt
über diese Brücke und es ist gut erkennbar, dass der Beberbach als Spiel- und Erlebnisraum von Kindern genutzt
wird, da direkt an der Brücke eine "Stauanlage" zu sehen ist.
Wir durften barfuß oder mit Schutzanzügen (Wathosen) ins Wasser gehen und nach Insekten keschern. Die
Forschungsreise begann an der Brücke. Mit Kescher und Becherlupen ausgerüstet wurden das Ufer und die Bachsohle
untersucht.
Die Wathosen sind zwar nicht topmodisch aber wirklich dicht! Beim Gehen auf der Bachsohle sind kleine Hügel
und Täler spürbar. So mancher Stiefel wäre für diese Vertiefungen garantiert zu kurz gewesen. Am Besten kann
unter den Pflanzen am Ufer oder entlang der Wasservegetation gekeschert werden.
Die Bestimmung der Tierarten
Ins Netz gingen vor allem Flohkrebse, Eintagsfliegen und Wasserläufer. Auch ein Wasserskorpion und einige
Kleinlibellenlarven gelangten in den Kescher. Zwischen den Pflanzen am Ufer waren Blaue Azurjungfern und Frühe
Adonislibellen zu beobachten.
Sie fliegen recht langsam und scheinen ortstreu zu sein, da sie nicht weit weg flogen als wir sie
beobachteten.
Plötzlich sprang jemand ins Wasser. Es war Lisa, sie hatte ihr Gleichgewicht verloren. Ihre Hose wurde ziemlich
nass.

Die intensive Suche ergab auch Funde von Rückenschwimmern, Rollegeln und Larven der Zweigestreiften
Quelljungfer. An einem Stengel des Rohrglanzgrases hing eine Libellenhülle. Die Experten nennen dies Hülle eine
Exuvie.
Aus ihr war kurze Zeit vorher eine Zweigestreifte Quelljungfer geschlüpft. Sie lebt 5 Jahre als Larve auf der
Bachsohle und nur 4 - 6 Wochen als geflügeltes Insekt. In dieser Zeit muss sie sich fortpflanzen, damit der
Bestand erhalten bleibt.
Die geflügelten Quelljungfern patroullierten unentwegt am Beberbach. Sie flogen über der Wasseroberfläche und
machten um uns einen Bogen. Die Zweigestreifte Quelljungfer steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten in
Niedersachsen, weil ihre Lebensräume zerstört oder immer wieder gestört wurden.
Anschließend wurden die Funde in Fotoschalen ins Wasser gelegt und mit fotokopierten Bestimmungsbögen bestimmt.
Dabei wurde klar, dass auch der Fischotter davon profitiert, wenn im Beberbach viele verschiedene Kleintiere
vorkommen. Denn von den Kleintieren ernähren sich die Fische und die Nahrung des Fischotters besteht zur Hälfte
aus Fischen. Die andere Hälfte besteht aus Fröschen, Kröten, Bisam und anderen Tieren, die er erbeuten
kann.
Der Fischotter braucht zum Wandern Deckung und Versteckmöglichkeiten. Da der Beberbach fast gar nicht von
Bäumen und Sträuchern bewachsen ist, wird er wahrscheinlich nicht so schnell von Fischottern besiedelt werden.
Das Projekt Blaues Netz und alle Bachpaten setzen sich allerdings dafür ein, dass die Fließgewässer und auch
der Beberbach wieder naturnahe Ufer mit Baum- und Strauchbewuchs bekommen.
Ein interessanter Fang war ein großes Exemplar des Gelbrandkäfers. Wenn er über die Hand krabbelte war gut zu
spüren, wie viel Kraft in dem Burschen steckt. Die Larven entwickeln sich im Wasser und gehören zu den
gefräßigsten Wasserinsekten im Bach und im Teich. Sie können sogar kleine Frösche, Molche und Fische
fressen.
Nachdem wir unsere Insekten und die anderen Tiere mit den fotokopierten Bestimmungsbögen bestimmt hatten,
setzten wir sie vorsichtig wieder in den Beberbach zurück und gingen zur Schule zurück.
Die Umfrage zum Beberbach
Von den Wesendorfer BürgerInnen wollten wir wissen, wie sie zum Naturschutz am Beberbach stehen und ob sie den
Bach auch als Lebensraum für Pflanzen und Tiere wahrnehmen. Wir nutzten den ganzen Vormittag, um vor dem
Supermarkt in Wesendorf insgesamt 96 Leute zu interviewen. Alle reagierten sehr freundlich und gaben uns
bereitwillig Auskunft. Der Fragebogen enthielt 15 Fragen, hier ist ein Teil der Antworten zu sehen:
90,1 % kennen den Beberbach;
26,6 % nutzen den Beberbach zur Freizeitgestaltung;
55,7 % haben schon einmal Tiere am Beberbach gesehen;
42,2 % hatten schon von der Pflanzaktion am Beberbach gehört;
38,2 % wussten, warum der Beberbach bepflanzt worden war;
69,1 % würden sich für die Erhaltung des Beberbachs einsetzen und
79,8 % fänden es gut, wenn der Beberbach in seinen natürlichen Lauf zurückgeführt würde.
Am Donnerstag sammelten wir typische Uferpflanzen und bestimmten sie mit Frau Kreft. Für die Dokumentation des
Projektes und die Präsentation am Freitag in der Schulaula erstellten wir ein Poster mit einem Bachquerscnitt.
In den Querschnitt klebten wir die gefundenen Pflanzen ein, damit detlich wird, dass einige Arten feuchte
Bodenverhältnisse brauchen und andere eher trockene Standorte bevorzugen.
Am Beberbach waren noch andere BachpatInnen aktiv! Die Erlebnisse des Bachtags der Klasse 3a der Grundschule
am Lerchenberg könnt ihr hier entdecken.
Die Untersuchungsergebnisse der Entdeckungstour am Beberbach können
hier nachgelesen werden.
Die Orientierungsstufe suchte am Beberbach nach Fischotterspuren. Was die Schülerinnen dort fanden, lest ihr
hier.
Kontakt
Haupt- und Realschule Wesendorf
Europaschule
KooperationspartnerInnen Frau Ursula Kreft, Herr Schwan, und Herr Quietschau
Schulstr. 6
29392 Wesendorf
Tel. 05376 89962
Fax 05376 89963
URL www.hrs-wesendorf.de
eMail u.kreft@hrs-wesendorf.de |
|